Fachhochschule Wiesbaden
Fachbereich Informatik
Prof. Dr. Reinhold Kröger
Betriebssysteme, Verteilte Systeme


Hinweise
zur Strukturierung einer Diplomarbeit



1.	Allgemeines

Eine Diplomarbeit schreibt man nur einmal, von Ausnahmen abgesehen. Insofern haben 
Sie sicher keine persönliche Erfahrung, die Ihnen als Maßstab für eine "gute" Struktur 
Ihrer Diplomarbeit dienen könnte. Im folgenden sollen einige Regeln angegeben 
werden, die Sie als Leitlinien betrachten können. Im Einzelfall kann durchaus von 
diesen abgewichen werden.

Nicht betrachtet werden im folgenden Formatierungskonventionen. Hierzu gibt es 
gewisse Vorgaben des Fachbereichs, die aber nicht vollständig sind. Sie sollten für Ihr 
Textsystem einen Standardsatz von Formaten verwenden, wie er für technische Berichte 
üblich ist. 

In der Regel bestehen Diplomarbeiten, die ich vergebe, aus einem konzeptionellen und 
einem praktischen Teil. Nur auf solche Diplomarbeiten beziehen sich die folgenden 
Aussagen. Für reine Literaturarbeiten gelten sie nicht. 

Der Leser einer Diplomarbeit hat i.d.R. eine gewisse Erwartung. Die folgenden 
Leitlinien beschreiben sicherlich meine persönlichen Erwartungen, andererseits sind sie 
sicherlich so allgemein, daß sie auch für andere Leser, z.B. Ihren zukünftigen 
Arbeitgeber, gelten. 

Meine bisherige Erfahrung mit Studenten der fhw zeigt, daß Sie durch Ihr Studium, 
durch das geforderte Praktikum und auch durch eine Erwerbstätigkeit während des 
Studiums i.d.R. mit dem praktischen Teil der Diplomarbeit kaum Schwierigkeiten 
haben, Probleme bestehen aber häufig bei der Erstellung der eigentlichen Diplomarbeit. 
Hier werden oft Schwächen in Hinblick auf eine geordnete Gedankenführung, in der 
Ausdrucksfähigkeit und leider auch bzgl. der Rechtschreibung und Zeichensetzung 
deutlich. Für die beiden letzten Punkte gibt es hier keine Hilfe. Wenn Sie 
Schwierigkeiten mit Rechtschreibung und Zeichensetzung haben, verwenden Sie 
Rechtschreibhilfen Ihres Textsystems oder binden Sie Ihre Familie mit ein. Von 
Hochschulabsolventen erwartet man mit Recht einen nahezu fehlerfreien Text. Zur 
Überprüfung der Ausdrucksfähigkeit bin ich gerne bereit, vorab einen Teil der 
Diplomarbeit als Leseprobe entgegenzunehmen. Bedenken Sie immer, daß eine 
Diplomarbeit eine wissenschaftliche Arbeit ist, kein Roman und (hoffentlich auch) kein 
Drama. Gefordert sind also eine sachliche Ausdrucksweise, Objektivität und Exaktheit 
in der Darstellung sowie Einsichtigkeit und Folgerichtigkeit der dargestellten 
Zusammenhänge. Sparen Sie nicht mit Graphiken, die geschriebenen Text durch 
Veranschaulichung oft viel einfacher erfaßbar machen. Der Entwurf einer Graphik kann 
auch den Effekt haben, daß Ihnen selbst Zusammenhänge viel deutlicher werden, was 
das anschließende Schreiben des Textes vereinfacht. Scheuen Sie sich nicht, Wertungen 
abzugeben, trennen Sie diese aber sauber vom sonstigen Text. 

Ihre Diplomarbeit soll eine in sich abgeschlossene wissenschaftliche Arbeit werden. Sie 
sollen zeigen, daß Sie mit Ihnen bekannten wissenschaftlichen Methoden, die Sie im 
Verlaufe Ihres Studiums erlernt haben, ein Ihnen vorher unbekanntes Thema mit Bezug 
zu einer für die Praxis relevanten Aufgabenstellung erfolgreich bearbeiten können. Die 
eigentliche Diplomarbeit ist dabei von großer Bedeutung. Denken Sie bei allen 
Aktivitäten im Rahmen der Diplomarbeitsphase daran, daß Sie am Ende auch einen 
Text haben müssen und nicht nur ein lauffähiges Programm. Machen Sie sich daher 
auch in der Einarbeitungsphase Notizen, fassen sie gelesene Literatur zusammen, 
dokumentieren Sie Entwurfentscheidungen. Sie profitieren hiervon wieder, wenn Sie 
den Text Ihrer Diplomarbeit erstellen. Um dem Anspruch nach Wissenschaftlichkeit zu 
genügen, muß die Diplomarbeit mehr sein als eine reine Dokumentation Ihrer 
praktischen Arbeiten. Dies schlägt sich in der Struktur der Arbeit nieder.


2.	Zur Gliederung

Formal gesehen, hat jede Diplomarbeit folgende Bestandteile, die Sie auch als 
generisches Inhaltsverzeichnis verstehen können:

	Vorwort (optional)
	Inhaltsverzeichnis
	Verzeichnis der Bilder und Tabellen (optional)
	1.	Einleitung
	2.	Konzeptteil
	3.	Implementierungsteil
	4.	Anwendungsbeispiele, -szenarien, Messungen
	5.	Zusammenfassung und (optionaler) Ausblick
	6.	Literaturverzeichnis
	Anhang/Anhänge
		
Konzeptteil und Implementierungsteil können dabei, je nach Erfordernis, aus einem 
oder mehreren Kapiteln bestehen. Streben Sie eine Gesamtlänge von ca. 100 Seiten 
ohne Anhänge an. Konzept- und Implementierungsteil machen zusammen etwa zwei 
Drittel des Gesamtumfangs aus. Die Einleitung führt zur eigentlichen Arbeit hin. Sie 
wirkt, bildlich gesprochen, wie ein Trichter: alle für die Arbeit relevanten 
Problembereiche werden hineingesteckt, heraus kommt die fokussierte Themenstellung 
Ihrer Arbeit. Die Arbeit nimmt in ihrem Detaillierungsgrad zu. Lediglich in 
Zusammenfassung und Ausblick weitet sie sich wieder ins Allgemeine. 
Vorwärtsverweise sollten Sie möglichst vermeiden. Wenn Sie meinen, solche zu 
benötigen, untersuchen Sie, ob Sie sie nicht durch Umstellung umgehen können. 
Rückwärtsverweise sollten dagegen auftreten. Sie verankern den Konzeptteil mit der 
Einleitung, die Implementierung mit dem Konzept, Beipiele mit Konzept und 
Implementierung. Die Arbeit sollte auch einen geschlossenen Eindruck auf einer 
bestimmten Abstraktionsebene bieten, ohne daß ein Leser gezwungen ist, die gesamte 
Arbeit zu lesen. Es sollte möglich sein, nur die Einleitung, eventuell zusammen mit 
Zusammenfassung und Ausblick, zu lesen, um sich einen Überblick über die Ergebnisse 
der Arbeit zu verschaffen. Jemand, der sich nicht für die Implementierung interessiert, 
sollte mit Einleitung und Konzeptteil einen detaillierten Einblick in die verwendeten 
Konzepte und entwickelten Algorithmen Ihrer Arbeit gewinnen können, das Für und 
Wider der verschiedenen Entwurfsalternativen sehen sowie die Begründung für den 
ausgewählten Ansatz finden. Achten Sie darauf, daß im Implementierungsteil keine 
neuen Konzepte vorgestellt oder gar neue Begriffe eingeführt werden. In einem solchen 
Fall deutet alles darauf hin, daß der Konzeptteil unvollständig ist. Wer sich schließlich 
für die Güte der Implementierung interessiert oder Detailabläufe anhand beispielhafter 
Szenarien verstehen will, muß sicherlich die ganze Arbeit lesen.

Im folgenden sollen die einzelnen Abschnitte etwas detaillierter betrachtet werden. 
Dabei wird von einer "idealen" Diplomarbeit ausgegangen. "Ideal" bezieht sich dabei 
nicht nur auf Ihre Leistung, sondern auch auf das gestellte Thema, das entsprechend den 
dargelegten Punkten auch etwas hergeben muß. Versuchen Sie nicht, künstlich an 
Stellen etwas zu erzeugen, wo nichts zu holen ist.


3.	Das Vorwort

Das optionale Vorwort kann ein paar persönliche Gedanken zur Arbeit enthalten, zum 
Umfeld, in dem die Arbeit entstand (insbesondere bei externen Diplomarbeiten), 
Zusammenhang dieser Arbeit mit anderen Arbeiten, z.B. bei Einbettung in ein internes 
oder externes Projekt. Üblich sind auch Danksagungen an Sponsoren, an die Oma für 
Korrekturlesen etc., Danksagungen an die Betreuer kommen auch vor. Auf Floskeln 
lege ich persönlich keinen Wert. Mein Ziel ist es, daß Sie mit der Betreuung zufrieden 
sind. Das Vorwort macht keine Aussagen zum Inhalt der Arbeit.  


4.	Die Einleitung

Ziel der Einleitung ist es, zum eigentlichen Thema der Arbeit hinzuführen sowie dem 
Leser einen inhaltlichen Überblick über die Arbeit zu geben. Die Einleitung muß von 
jedem Informatiker verstanden werden können. Abstaktionsniveau, Sprache usw. sind 
also entsprechend zu wählen. Fangen Sie aber nicht bei "Adam und Eva" an. Als 
Anhaltspunkt können Sie alles das voraussetzen, was in den Pflichtveranstaltungen Ihres 
Studiums behandelt wurde. Die über den Satz an "Grundbegriffen" hinausgehende 
Fachsprache muß eingeführt werden. 

Die verschiedenen "Quellbereiche" für Probleme und Lösungsansätze können in 
verschiedenen Abschnitten (Unterkapiteln) dargelegt werden. Sie spannen mit der 
Einleitung den Raum auf, in dem Sie sich im Konzeptteil Ihrer Arbeit bewegen. Hieraus 
muß die fokussierte Problemstellung Ihrer Arbeit erwachsen. Belegen Sie, wenn 
möglich, daß Sie ein wichtiges Problem angehen (neuer Algorithmus, wirtschaftlichere 
Lösung, Qualität der Lösung, Verbesserung der Umwelt-verträglichkeit einer Lösung, 
Verbesserung der Lehre). Geben Sie die Highlights Ihrer Arbeit an. Die Einleitung muß 
für den Leser die Frage beantworten, ob sich für ihn das Lesen weiterer Kapitel oder der 
gesamten Arbeit lohnen könnte. Sie sollten also angeben können, für wen Sie was "im 
Sack" haben. Im Überblick über den Rest der Arbeit sollten die prinzipielle Lösung, die 
Highlights usw. sichtbar werden. Sie geben dem Leser damit eine Orientierung, wo er 
die ihn eventuell interessierenden Dinge findet. Üblich ist, dabei kapitelweise 
vorzugehen. Der "rote Faden" Ihrer Arbeit sollte dann jedem Leser offensichtlich 
werden.
 

5.	Der Konzeptteil

Der Konzeptteil kann formal aus einem oder mehreren Kapiteln bestehen. Er beschreibt 
die Lösungsmethode (Algorithmen usw.), mit der die Aufgabenstellung der 
Diplomarbeit gelöst wird. Der Hauptteil sollte von jedem Informatiker, der in dem 
Gebiet arbeitet, in dem die Diplomarbeit angesiedelt ist, ohne Probleme gelesen werden 
können. Das sollte auch auf Ihre Kommilitonen zutreffen, die die entsprechenden 
Vertiefungsfächer absolviert haben (Testleser für Ihre Arbeit!). 

Ein erster wesentlicher Teil des Konzeptteils ist häufig die sogenannte State-of-the-Art-
Diskussion, die darlegt, wie existierende Lösungen, Standards, Forschungsansätze usw. 
für die gegebene oder verwandte Aufgabenstellungen aussehen. Hierzu ist häufig eine 
mehr oder weniger umfangreiche Literaturarbeit notwendig. Versuchen Sie (anhand der 
Literatur), die in der Einleitung eingeführte Begriffswelt und den Problem- und 
Lösungsraum so zu konkretisieren (zu verfeinern), daß sie im Idealfall die existierenden 
Lösungsansätze hierin einordnen können. Im Idealfall haben Sie also ein einheitliches 
Gedankengebäude, indem sie die verschiedenen Ansätze darstellen können, und die 
Verschiedenartigkeit der Begriffswelt und der Darstellung in den verschiedenen 
verwendeten Quellen löst sich für den Leser auf, so daß er die eigentlichen 
Unterschiede schnell erkennen kann. Geben Sie dabei Hilfestellungen ("Der im Ansatz 
x benutzte Begriff y entspricht dem Begriff Z im allgemeinen Modell, bis auf..."). Das 
Finden solcher "Abbildungen" (im mathematischen Sinne) ist eine schwierige Aufgabe, 
die oft viel Zeit erfordert. Gelingt es Ihnen aus eigener Kraft, haben Sie eine große 
intellektuelle Leistung vollbracht. Aus Zeitgründen sollten Sie i.d.R. versuchen, 
entsprechende Übersichtsartikel oder Lehrbücher zu finden. Ist es eine gute Quelle in 
dieser Hinsicht, hat der Autor die Arbeit für Sie gemacht (Sie können sich natürlich 
auch nichts mehr damit verdienen). Wenn Sie Literaturstellen bearbeiten, machen Sie 
sich unbedingt Notizen, die Sie beim späteren Zusammenschreiben der Arbeit 
verwerten können. Ansonsten haben Sie bis dahin alles vergessen und müssen die 
Quelle nochmals durcharbeiten. 

Alle Lösungsansätze haben i.d.R. Vor- und Nachteile. Diese müssen sie finden und 
darstellen. Seien Sie kritisch! Autoren haben die Tendenz, ihre Ansätze positiv 
erscheinen zu lassen. Von einer wissenschaftlichen Arbeit (auch von Ihrer 
Diplomarbeit) erwartet man zwar Objektivität, aber auch Wissenschaft muß ihre 
Produkte "verkaufen". Die Super-Duper-Lösung mit ausschließlich Vorteilen gibt es nur 
selten (es sei denn, es ist ein Microsoft-Produkt). Damit kommen sie insgesamt zu einer 
Bewertung der Ansätze untereinander, und Sie haben später die Möglichkeit, den von 
Ihnen verfolgten Ansatz bzgl. Stärken, Schwächen, Neuigkeitsgehalt, Randbedingungen 
usw. einzuordnen. 

Der zweite wesentliche, in der Regel umfangreichere Teil des Konzepts betrifft Ihren 
eigenen Ansatz. Es können Randbedingungen verschiedener Art bis hin zu von Ihnen 
nicht zu vertretenden Design-Vorgaben vorliegen. Auch implementierungsbezogene 
Randbedingungen können den für Ihre Arbeit bleibenden Lösungsraum einschränken. 

Zur Beschreibung Ihres Ansatzes sollten Sie außer verbalem Text hier alle formalen 
Methoden einsetzen, die sie kennengelernt haben, die den Spezifikations- und 
Modellierungsaspekt unterstreichen: mathematische Beschreibungsformen, formale 
Spezifikationssprachen, Entity-Relationship-Modelle, objektorientierte Modellierung, 
Petrinetze, Schichtenmodelle, Zustands-übergangsdiagramme, Protokollautomaten, 
Flußdiagramme, Ablaufdiagramme, Graphen, elektrische Schaltungen, und was es sonst 
noch so alles gibt. Implementierungsbezogene Beschreibungen (C structs usw.) gehören 
nicht hierhin. Die Auswahl von formalen Hilfsmitteln zur Beschreibung hängt vom 
Problemfeld ab. Die gewählten formalen Hilfsmittel sollten zweckmäßig und 
aussagekräftig sein. Haupziel für ihren Einsatz ist es m.E., komplexe Zusammenhänge 
möglichst exakt und zweifelsfrei darzustellen. 

Verwenden Sie bei der Beschreibung die in der Einleitung und die in der State-of-the-
Art-Diskussion eingeführte Begriffswelt, Sie verankern den Text damit mit früheren 
Teilen. Wenden Sie erlernte Vorgehensmodelle für den Softwareentwurf an. Gehen Sie 
über entstehende Alternativen bei der Entstehung der Arbeit nicht einfach hinweg. 
Dokumentieren Sie Ihre Entwurfsentscheidungen. Sollten Sie in eine Sackgasse geraten, 
haben Sie die Möglichkeit zu einem geordneten Back-Tracking. Unter Zeitdruck kann 
man schnell nervös werden, wenn man irgendwann die Einsicht gewinnt, daß man an 
der selben Stelle vor einer Woche schon mal war. In der eigentlichen Diplomarbeit 
sollten Sie die Alternativen aufzeigen und den gewählten Weg begründen. 

An Ende des Konzeptteils sollte der Leser im Idealfall genau wissen, welchen 
Randbedingungen und Vorgaben bestanden, welche Alternativen für Lösungsansätze 
mit welchen Vor- und Nachteilen vorhanden waren, welchen Ansatz Sie gewählt haben, 
warum sie sich für den eingeschlagenen Weg bei Vorhandensein mehrerer Alternativen 
entschieden haben, wie Ihre Lösung im Detail aussieht, welche Probleme sie löst, 
welche prinzipiellen Einschränkungen, Vor- und Nachteile sie hat, usw.


6.	Der Implementierungsteil

Der Implementierungsteil kann formal ebenfalls aus einem oder mehreren Kapiteln 
bestehen. Er beschreibt, welche Teile des Konzepts wie implementiert worden sind. Die 
Implementierung muß nicht notwendigerweise das vollständige Konzept umfassen, z.B. 
wenn die Implementierungs-arbeiten den Umfang einer Diplomarbeit sprengen würden. 
Der Implementierungsteil sollte nach Lesen des Konzeptteils verständlich sein. 

Zu Beginn des Implementierungsteils sollten Sie die Implementierungsumgebung(en) 
(Rechner, Betriebssysteme, Programmiersprachen, Entwicklungsumgebungen, 
verwendete Programmpakete und Bibliotheken, sonstige Werkzeuge usw.) angeben und 
unter Umständen erläutern, wenn diese nicht allgemein bekannt sind. 

Im Implementierungsteil wird ausschließlich die Realisierung des im Konzeptteil 
vorgestellten Ansatzes in der angegebenen Implementierungsumgebung betrachtet. 
Einschränkungen im Umfang der Implementierung gegenüber dem Konzeptteil müssen 
detailliert beschrieben werden. Es dürfen keine Erweiterungen des Konzeptteils 
auftreten. Sie können allerdings neue, auschließlich implementierungsbezogene 
Begriffe einführen, Alternativen aufzeigen und die Auswahl begründen. Aus meiner 
Sicht ist es kein Verdienst, existierenden Code und existierende Werkzeuge nicht zu 
verwenden, um alles selbst geschrieben zu haben. (Dies hat nur dann einen Sinn, wenn 
es das Ziel ist, damit langfristig Lizenzgebühren einzusparen). Nutzen Sie, wenn 
sinnvoll, public domain  Programme, (Klassen-)Bibliotheken und Werkzeuge wie lex 
und yacc. In der Zeit, wo Sie das Rad neu implementieren, hätten Sie etwas 
Sinnvolleres machen können. 

Stellen Sie die Verankerung zu dem vorhergehenden Konzeptteil sicher. Beziehen Sie 
Implementierungseinheiten (Moduln, Klassen, Protokolle..) auf die entsprechenden 
Konzeptteile. Dieses kann u.U. auch durch die gleiche Untergliederungsstruktur 
unterstützt werden.

Es ist bei softwaremäßigen Implementierungen nicht notwendig, den vollständigen 
Quellcode im Implementierungsteil anzugeben. (Dieser wird als Anhang in Form einer 
Diskette Bestandteil der Arbeit). Für wesentliche Programmteile, Kerne von 
Algorithmen, interessante programmtechnische Lösungen usw. sollten Sie 
Programmfragmente angeben, auf die Sie sich im verbalen Text beziehen. In jedem Fall 
sollten summarische Angaben zur Implementierung in Form von Interface-
Abhängigkeiten (Vererbungsstrukturen), lines of code (als Maß für den 
Implementierungs-aufwand), Größe von Objektmodulen usw. vorhanden sein. 

An Ende des Implementierungsteils sollte der Leser also wissen, was in welcher 
Umgebung lauffähig ist, wie die innere Struktur der Implementierung aussieht, welche 
programmtechnischen Leckerbissen ihm geboten werden und wieviel Aufwand hinter 
einer bestimmten Funktionalität steckt. Mit den angegebenen Informationen sollte er 
sich im wohl dokumentierten Quelltext orientieren können. dabei sollten keinerlei 
Widersprüche in Namensgebung usw. zwischen Text im Implementierungsteil und dem 
Quellprogrammen und dessen Dokumentierung auftreten.


7.	Anwendungsbeipiele, Szenarien, Messungen

Abhängig vom Umfang dessen, was Sie in in diesem Zusammenhang anzuführen haben, 
kann dieser Abschnitt auch am Ende des Implementierungsteils auftreten. Ziel dieses 
Abschnitts ist es, den Ergebnissen Ihrer Diplomarbeit zusätzliches Gewicht zu 
verleihen. Im Idealfall verweisen Sie auf Patente, Lizenzen, Veröffentlichungen usw. zu 
Ihrer Arbeit. Dieses wird die seltene Ausnahme bleiben, niemand erwartet das von 
Ihnen. Mit Anwendungsbeipielen können Sie allerdings die Einsatzbreite, 
Wirtschaftlichkeit usw. Ihrer Lösung zeigen. Beispielhafte Szenarien können die 
dynamischen Abläufe im System verdeutlichen und damit den Einblick in den 
Gesamtzusammenhang vertiefen, der im Implementierungsteil i.w. durch statische 
Strukturen beschrieben ist. Validation eines neuen Ansatzes durch Vergleich der 
Ergebnisse mit anderen bekannten Verfahren oder einer anerkannten Test Suite kann 
das Vertrauen in die Korrektheit erhöhen. Mit Leistungsmessungen an Ihrer 
Implementierung können Sie darüberhinaus die Güte Ihrer Implementierung unter 
Beweis stellen und während der Entstehung des Programms kritische Programmteile 
tunen. Eine solche quantitative Bewertung gehört zu gutem ingenieurmäßigem 
Vorgehen. 


8.	Zusammenfassung und Ausblick

Stellen Sie hier auf ein paar Seiten die wesentlichen Ergebnisse und Highlights Ihrer 
Arbeit noch mal zusammen. Sie können sehr konkret sein, da alles vorher gesagt ist. 
Versuchen Sie, Ihre Ergebnisse selbst zu würdigen. Seien Sie nicht zu bescheiden, 
machen Sie aber aus einer Mücke auch keinen Elefanten. Geben Sie Erfahrungen an, 
die Sie gemacht haben, die für den Leser oder nachfolgende Studierende in diesem 
Themenbereich möglicherweise von Interesse sein könnten. Die Arbeit sollte am Ende 
im Allgemeinen münden. Diese Funktion kann ein Ausblick gut übernehmen. Hierhin 
gehören Anregungen für eine konkrete Weiterentwicklung der Arbeit, z.B. neue 
Anwendungsbereiche, funktionale Erweiterungen, Modifikationen aus erkannten 
Performance-Engpässen heraus usw., aber auch generelle Anmerkungen zur 
Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der in der Arbeit behandelten Thematik. 


9.	Das Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten und zitierten Quellen zu Ihrer 
Diplomarbeit auf. Quellenangaben müssen vollständig sein, so daß ein Leser sie sich 
besorgen kann, um Sachverhalte im Originaltext nachlesen zu können. Beachten Sie die 
üblichen Regeln. Alle Literaturstellen sollten an mindestens einer relevanten Stelle in 
Ihrer Arbeit zitiert werden. Das Literaturverzeichnis ist vielleicht wichtiger als Sie 
zunächst annehmen. Ein erster Eindruck über eine Arbeit entsteht oft aus Einleitung, 
Zusammenfassung, Inhaltsverzeichnis und Literaturverzeichnis.


10.	Die Anhänge

Der oder die Anhänge bestehen aus voneinander unabhängigen Ergänzungen zu 
bestimmten Aspekten, die in der Arbeit nicht weiter vertieft werden können oder sollen, 
aber in einem gewissen Zusammenhang für den Leser relevant sind. Typische Beispiele 
sind Installationsanweisungen, formatierte Manual Pages, vollständige 
Schnittstellenbeschreibungen, umfangreiches, tabellenartiges Datenmaterial, 
Syntaxdiagramme oder Grammatiken, Konfigurationsparameter und -Dateien, 
Abkürzungsverzeichnis, Glossar. In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, den 
Quellcode vollständig auf Papier als Anhang anzufügen, i.d.R. wird es jedoch sinnvoller 
sein, Quellcode und damit in Zusammenhang stehende Dokumente auf Datenträgern in 
einer eingeklebten Tasche bereitzustellen.

Für Kommentare über die Nützlichkeit dieses Textes, für Anmerkungen und 
Verbesserungsvorschläge zu diesem Text wäre ich Ihnen dankbar.